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Ein sehr wichtiges Thema ist die

   HYGIENE 

 

!!! ACHTUNG !!! VORSICHT !!! INFEKTIONSGEFAHR !!!

Das Ziel der Hygiene ist, Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu verhindern !!!

was ist steril          Grundorientierung vor dem Einsatz

Hautdesinfektion          Bakterienvermehrung          Desinfektion

Instrumentenkreislauf          steril verpackte Instrumente

Mikroorganismenanzahl am & im Körper          wichtiges zur Abheilung

Gesundheitsrisiko durch Tattoos & Piercings

Kontakt          Amtsarzt          Zeitungsartikel          TÜV          Hygiene-ZERTIFIKATE

 

 

 

 

 

 

 

 

Steril:

Aufgabe der Sterilisation ist die Abtötung bzw. irreversible Inaktivierung aller Mikroorganismen und Vieren einschließlich die Abtötung bakterieller Sporen.

 

Es stehen unterschiedliche Methoden der Sterilisation zur Verfügung wie z.B.:

Sehr zu empfehlen

Heißluftsterilisation (min 60 Min. bei 180°C)

Chemische Sterilisation (Chemiklaven mit Formaldehyd)

Dampfsterilisation (Autoklaven 1 - 3 bar Druck mit ca. 140°C ca. 40 Min.)

Vakuumunterstützte Dampfsterilisation (Vakuklaven)

 

Absolut unzureichend - maximal als Desinfektion zu betrachten !!!

Kugelsterilisatoren (Glasperlen welche auf ca. 230°c erhitzt werden - einführen der zu "sterilisierenden" Gegenstände für max 10 Sekunden)

 

Als steril kann etwas bezeichnet werden, wobei die Wahrscheinlichkeit, des Auftretens eines Mikroorganismus, kleiner als 1/1 000 000 ist.

Dies wird ausschließlich durch Sterilisation erreicht und nicht durch die Desinfektion einiger, diverser Experten mit Alkohol oder der Gleichen !!!

 

 

 

 

 

 

 

Grundorientierung - Basisinfo

Im Ersteinsatzbereich sollten Sie, einen sauberen Eindruck vorfinden (Bodenbelag & Arbeitsfläche glatt und leicht zu reinigen & desinfizieren).

 

Im Einsatzbereich dürfen sich zu keiner Zeit Tiere aufhalten!

 

Vergewissern Sie sich, dass in diesem Bereich,

STERIL VERPACKTE INSTRUMENTE

vorhanden sind, welche erst unmittelbar vor dem Einsatz ausgepackt werden.

An der Rückseite dieser Verpackungen ist ein Indikator, welcher sich nach der Sterilisation dunkel bis schwarz färbt. Dies ist die Kontrolle, um festzustellen, ob die Instrumente auch sterilisiert wurden.

Diese Verpackung muss verschweißt sein und ihr Inhalt bleibt solange steril, bis die Verpackung geöffnet wird, oder min. 3 Monate.

 

Der "Piercer" sollte in jedem Falle, jeden Handgriff mit Latex- oder Vinylhandschuhen tätigen, welche er nach vorangegangener HANDDESINFEKTION, anlegt hat.

 

Ein Ersteinsatz, darf erst nach vorangegangener HAUTOBERFLÄCHENDESINFEKTION getätigt werden.

Dieser Vorgang kann, mit einem auf Alkohol oder Jod basierendem Produkt, durchgeführt werden.

Es besteht aber immer noch die Möglichkeit, dass an der Hautoberfläche Mikroorganismen verbleiben, welche, mit der Perforation des Hautgewebes, in den Organismus gelangen (siehe Mikroorganismen am Körper).

 

Alle Gegenstände, welcher mit dem zu bearbeitendem Gewebe, in Kontakt kommen, müssen steril sein. (Nadeln, Halteklemmen, Pinzetten, Schmuckstücke, Dehnungsdorne,...)

 

 

 

 

 

 

 

Instrumentenkreislauf

Der Instrumentenkreislauf ist die Nachbehandlung für die beim Einsatz benötigten Instrumente.

Man unterscheidet unter dem Großen Instrumentenkreislauf und dem kleinen Instrumentenkreislauf.

Klicken Sie einfach die Hyperlinks der Kreisläufe an um sich zu informieren.

 

 

 

 

 

 

 

Kleiner Instrumentenkreislauf besteht aus:

benutzte Instrumente

Desinfektion mit Instrumentendesinfektionslösung

Reinigung (Ultraschall oder manuell)

Spülung

Funktionskontrolle

Trocknung

staubgeschützter Lagerung

 

 

 

 

 

 

Großer Instrumentenkreislauf besteht aus:

benutzte Instrumente

Desinfektion mit Instrumentendesinfektionslösung

Reinigung (Ultraschall oder manuell)

Spülung

Funktionskontrolle

Trocknung

staubgeschützter Lagerung

Verpacken (einschweißen) der Instrumente

Sterilisation

Sterilgutlagerung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hautdesinfektion

Von der Anzahl der vorhandenen Mikroorganismen und der Abwehrlage der zu piercenden Person hängt es ab, ob es zu einer Infektion kommt oder nicht.

Daher ist eine Keimreduzierung durch eine Hautdesinfektion absolut notwendig.

Die Abwehrlage einer Person kann gestört sein z.B.:

durch Stoffwechselerkrankungen (Diabetes)

durch Chemotherapie

durch Gefäß- oder Herzerkrankungen (Durchblutungsstörungen)

 

 

 

 

 

 

 

 

Bakterienvermehrung

erfolgt durch Querteilung, die Generationszeit (Zeit zwischen 2 Teilungen) liegt bei vielen Bakterien nur zwischen 15 & 30 Minuten, wenn die Umgebungsbedingungen günstig sind.

Das bedeutet, dass wenige Bakterien sich innerhalb kurzer Zeit auf eine sehr hohe Keimzahl vermehren können.

5 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 10

10 Bakterien teilen sich in 15 Minuten =  20

20 Bakterien teilen sich in 15 Minuten =  40

40 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 80 nach 1 Stunde

80 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 160

160 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 320

320 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 640

640 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 1 280 nach 2 Stunden

1 280 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 2 560

2 560 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 5 120

5 120 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 10 240

10 240 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 20 480 nach 3 Stunden

20 480 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 40 960

40 960 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 81 920

81 920 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 163 840

163 840 Bakterien teilen sich in 15 Minuten = 327 680 nach 4 Stunden

Aus nur 5 Bakterien können also in nur 4 Stunden über 300 000 werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Desinfektion

bedeutet einen Gegenstand in einen Zustand zu versetzen, sodass keine Infektionsgefahr mehr von ihm ausgeht bzw. eine Übertragung von Infektionserregern nicht mehr möglich ist.

Eine Sterilisation bleibt allerdings unumgänglich !

 

 

 

 

 

 

 

Handdesinfektion

wird in 2 Sparten gegliedert und zwar in:

hygienische Handdesinfektion     &     chirurgische Handdesinfektion 

 

Hygienische Handdesinfektion wird meist mit ca. 3ml  eines auf Alkohol basierenden Produktes und etwa eine halbe Minute langen Verreiben in den Händen bis zu den Handgelenken, durchgeführt.

 

Die chirurgische Handdesinfektion wird heute meist mit einem hautverträglichen, auf Alkohol basierenden Präparat (Sterilium) durchgeführt. Dies geschieht, indem man 2x ca. 5ml in den Händen und an den Unterarmen für ca. 5 Minuten lange verreibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die durchschnittlichen Keimzahlen der Haut:

Kopfhaut + Stirn 1.000.000 - 10.000.000 /cm2 Haut

Nasen- Rachenraum 10.000.000 - 1.000.000.000 / ml Sekret

Achselhöhle 1.000.000 - 10.000.000 / cm2 Haut

Rücken 100.000 - 1.000.000 / cm2 Haut

Bauchraum 10.000 - 100.000 / cm2 Haut

Leiste 10.000 - 100.000 / cm2 Haut

Hände 10.000 - 100.000 cm2 Haut

Arme + Beine 1.000 - 10.000 / cm2 Haut

Mund 10.000.000 / ml Speichel

Magen 10.000 - 1.000.000 / g Inhalt

Rektum 1.000.000.000.000 / g Inhalt

 

Es wird zwischen residenten & transienten Mikroorganismen unterschieden.

Rersident: Mikroorganismen, die sich auf der Haut / Schleimhaut des Trägers vermehren & ständig dort leben wie z. B.: Staphylokokken, Mikrokokken, Corynebakterien, Propionibakterien, Steptokokken, gram - negative Stäbchen wie z.B.: coli, Bacteroides - Arten, Klebsiellen, Pseudomonaden u. v. m.

 

Transient: Alle Mikroorganismen, die durch Kontakt mit der Umgebung auf die Haut / Schleimhaut gelangen. Hier sind alle Mikroorganismen möglich !!!

 

 

 

 

 

 

 

 

Wichtiges zur Abheilung

Es ist zu bemerken, dass es bei jeglicher Art von Verletzung (bewusst oder unbewusst) zu einer Infektion kommen kann.

Auch in einem Operationssaal durchgeführte Eingriffe können sich infizieren.

Der Grund dafür sind die Mikroorganismen welche trotz einer Hautoberflächendesinfektion auf der Haut verbleiben & die Mikroorganismen mit denen der Organismus konfrontiert wird.

Diese Mikroorganismen finden wir ausnahmslos überall um uns.

Sie sind in der Luft, an der Kleidung, auf der Haut und warten auf Nährboden um sich zu teilen.

Dagegen kann man eigentlich nichts machen außer im Zeitraum der Abheilung einer "Wunde"  mit geeigneten Desinfektionsmitteln zu agieren um die Anzahl der Mikroorganismen an der Örtlichkeit der "Wunde" so gering als möglich zu halten.

 

 

 

 

 

 

 

STERIL -VERPACKTE-INSTRUMENTE

Pennington mini (nach Doz. Prof. Dr. Pennington, welcher diese Form entwickelte und erstmals damit operierte)

 

Zungenhaltezange

 

Halteklemme

 

Dehnungsdorne

 

Aufnahmerohr

 

 

 

 

 

 

Gesundheitsrisiko durch Tattoos und Piercings?

Um herauszufinden, dass Piercings und Tätowierungen boomen, braucht es keine wissenschaftliche Studie, dazu genügt ein Frühlingsspaziergang. Ob und wie sehr die Freunde der Nadeln und Stecker ihre Gesundheit gefährden, versuchen wir im Folgenden zu klären.

Generell ist die Faktenlage zum Thema "Körperschmuck unter Überschreitung der Hautbarriere" eher dürftig. Eine Umfrage bei 454 amerikanischen Studenten (218 Männer, 236 Frauen) ergab, dass 42% der Männer und 60% der Frauen ein Körper-Piercing haben, wobei Ohr-Piercings bei Frauen nicht erfasst wurden. Bei 17% der Piercings traten Komplikationen auf, meist bakterielle Infektionen, Blutungen oder lokale Gewebeschäden. Virale Infektionen als Folge von Piercings wurden nicht berichtet. In insgesamt 10% der Fälle traten im Rahmen eines Zungen-Piercings Verletzungen im Mund und Zahnbereich auf. Auch Tätowierungen wurden in dieser Untersuchung abgefragt, sie verzierten die Körper von 22% der Männer und 26% der Frauen. Von Komplikationen durch Tattoos wurde nicht berichtet.

Wie hoch ist das Hepatitis-Risiko?

Eine Auswertung von Studien zur Übertragung einer viralen Hepatitis ergab, dass in neun von 12 Untersuchungen Körper-Piercing als Risikofaktor für die Übertragung identifiziert wurde. Jene drei Studien, in denen kein Zusammenhang gefunden wurde, waren aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wenig aussagekräftig. Eine aktuelle Untersuchung wertete wiederum die Daten von 148 Patienten mit Hepatitis C aus. Unter die häufigsten Risikofaktoren - wie intravenöser Drogenmissbrauch, gemeinsame Benutzung von Rasierern und Zahnbürsten - wurde auch Körper-Piercing gereiht. In drei von 23 Fällen einer Infektion unter Vorliegen von nur einem Risikofaktor handelte es sich um Körper-Piercing.

Was kann also über die Gefahren, die mit Piercings oder Tattoos verbunden sind, gesagt werden? Nun, was Piercing betrifft, so muss in etwa einem von fünf Fällen mit Nebenwirkungen oder Komplikationen gerechnet werden, 50% davon sind bakterielle Infektionen. Das Risiko für virale Infektionen, wie z.B. mit Hepatitis-Erregern kann nicht genau bestimmt werden, ist aber mit Sicherheit erhöht. Bis entsprechende Auflagen für die Berufsgruppe der invasiven Körperschmücker (Hygienemaßnahmen, Impfungen) beschlossen werden, ist jeder Einzelne jedenfalls gut beraten, seine Entscheidung sowie die Auswahl des Studios sehr ernst zu nehmen.

Dieser Satz ist in der Zwischenzeit umzuformulieren, nachdem es seit 14.2.03 ein Bundesgesetzblatt dazu gibt, welches Ihr unter dem Link GESETZESLAGE nachlesen könnt. Allerdings bleibt die Entscheidung doch bei jedem selbst, nachdem die Exekution dieses Gesetzblattes sehr zu wünschen übrig lässt & leider immer noch Spezialisten glauben, daß die Geschichte mit der Hygiene nicht so heiß gegessen, wie diese gekocht wird.

CM

Quellen:
1. Bandolier, März 2003
2. LB Mayers et al. Prevalence of body art (body piercing and tattooing) in university undergraduates and incidence of medical complications. Mayo Clinic Proceedings 2002 77: 29-34.
3. MO Hayes, GA Harkness. Body piercing as a risk factor for viral hepatitis: an integrative research review. American Journal of Infection Control 2001 29: 271-274.
4. LJ Yee et al. Risk factors for acquisition of hepatitis C virus infection: a case series and potential implication for disease surveillance. BMC Infectious Diseases 2001 1: 8 (www.biomedcentral.com/1471-2334/1/8).